Seit April 2025 bist du CFO der A.Vogel Gruppe. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung von Finanzwesen und Controlling im Unternehmen. Welches sind die grössten Herausforderungen bei der Transformation, nicht zuletzt auch mit Blick auf KI?
In den letzten eineinviertel Jahren haben wir im Finanz- und Controlling-Bereich viel weiterentwickelt. Eine der grössten Herausforderungen war, die Organisation noch stärker auf eine regelmässige, zahlenbasierte Unternehmenssteuerung auszurichten – mit monatlichen Abschlüssen, aussagekräftigen Auswertungen und einer fundierten Entscheidungsgrundlage. Dabei ging es nicht um einen Bruch mit der Vergangenheit, sondern um eine Weiterentwicklung bestehender Strukturen hin zu mehr Transparenz, Planbarkeit und Steuerungsfähigkeit. Für mich war zentral, die Kolleginnen und Kollegen von Anfang an mitzunehmen und verständlich zu machen, welchen Mehrwert diese Veränderungen für das gesamte Unternehmen bringen. KI hilft uns dabei zunehmend im Arbeitsalltag, indem sie Routinetätigkeiten unterstützt und damit mehr Raum für Analyse und konkrete Massnahmen schafft.
Man könnte dich als «Finanzgewissen» des Unternehmens beschreiben. Wie gehst du mit dieser Rolle um?
Neben mir gibt es viele Kolleginnen und Kollegen, die ebenfalls das «Finanzgewissen» des Unternehmens sind. Dazu gehören all jene, die tagtäglich dafür sorgen, dass unsere Buchhaltungen in den Ländern korrekt geführt werden, die Controlling-Auswertungen aussagekräftig sind und alle weiteren Aufgaben fristgerecht erledigt werden. Ohne sie könnte ich meine Arbeit als CFO gar nicht wahrnehmen – und ich würde wohl auch deutlich schlechter schlafen.
Da ich meine gesamte Karriere im Finanz- und Controlling-Bereich verbracht habe, konnte ich in den letzten knapp 20 Jahren auch lernen, mit diesem Druck umzugehen.
Du hast als Senior in diversen Industriebranchen gearbeitet. Was bedeutet es für dich, nun für einen Heilmittelhersteller tätig zu sein?
Für mich ist es enorm wichtig, dass ich als CFO zu 100 Prozent hinter den Produkten stehen kann, welche das Unternehmen produziert und verkauft. Es bedeutet mir sehr viel, für A.Vogel arbeiten zu dürfen und das Unternehmen auch gegen aussen zu vertreten. Unsere Produkte helfen Menschen, gesund zu bleiben oder wieder gesund zu werden. Etwas Besseres kann es aus meiner Sicht kaum geben.
A.Vogel steht für ein natürlich gesundes Leben. Welchen Effort betreibst du, um fit und munter zu bleiben?
Ich starte jeden Morgen nach dem Aufstehen mit Kraft- und Koordinationsübungen. Daneben gehe ich regelmässig joggen. Meine zwei grossen sportlichen Leidenschaften sind Skateboarden und Snowboarden. Bei beiden Sportarten kann ich den Kopf abschalten und bleibe gleichzeitig fit.
Bist du durch und durch analytischer Zahlenmensch oder pflegst du auch musische Seiten? Womit beschäftigst du dich privat besonders gerne?
Für die vertieften Analysen der Zahlen habe ich zum Glück Kolleginnen und Kollegen, die das teilweise noch viel besser können als ich. Natürlich kann ich das auch, meine Stärke liegt aber eher darin, die Organisation weiterzuentwickeln, Zusammenhänge zu erkennen und die Strategie im Auge zu behalten.
Privat spiele ich seit Jahrzehnten in einem Blasorchester mit, reise gerne zusammen mit meiner Frau und geniesse es, mich mit Freunden bei einem guten Essen über spannende Themen auszutauschen.
